Immer ein gutes Thema

Vertrauen hat für eine große Bandbreite von Themen eine hohe Relevanz: Kundenbewertungen, Online-Handel, Kundennähe in großen Unternehmen und Online-Recht sind nur ein paar Beispiele für Themenbereiche, in denen eTrusted zu Hause ist. Wir sind für Sie da:

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Aktuelle Pressemitteilungen:

  • Alles erledigt? Die DSGVO-Checkliste für den Online-Shop

    2018-04-25

    Ab 25. Mai gilt die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) / Die Checkliste hilft Online-Händlern dabei, den Überblick zu behalten, was sie abhaken können und wo sie noch Hand anlegen sollten.

    – Erstellen oder aktualisieren Sie Ihr Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten
    Online-Händler müssen den Behörden das Verzeichnis mit aktuellen Daten auf Nachfrage zur Verfügung stellen können.

    – Finden Sie heraus, ob eine Datenschutz-Folgenabschätzung erforderlich ist, und führen Sie diese gegebenenfalls durch
    Die Abschätzung ist vor der Datenverarbeitung nur notwendig, wenn ein potenzielles Risiko für Rechte und Freiheiten Ihrer Kunden besteht. Das trifft auf die meisten Online-Händler nicht zu, doch um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Sie den Punkt für Ihr Unternehmen abklären.

    – Passen Sie Ihre Datenschutzerklärung an Für die meisten Online-Shops wird die Datenschutzerklärung durch die neuen Regelungen umfangreicher, da die DSGVO die Transparenz zum Umgang mit Daten für Seitenbesucher erhöht.

    – Führen Sie einen Reaktionsplan für Datenpannen ein Ein Reaktionsplan hilft Ihnen, im Fall der Fälle, Datenpannen wie vorgeschrieben innerhalb von 72 Stunden den zuständigen Aufsichtsbehörden zu melden.

    – Aktualisieren Sie Ihre Prozesse zur Wahrung der Betroffenenrechte
    Die DSGVO stärkt die Rechte von „Betroffenen“, also Ihren Kunden, deren Daten Sie als Händler verarbeiten. So können Kunden beispielsweise eine Bestellhistorie in einem maschinenlesbaren Format einfordern. Das mag in der Praxis nicht oft vorkommen, dennoch sollten Sie sich auf derartige Anfragen technisch und organisatorisch vorbereiten.

    – Prüfen Sie Ihre Verträge mit Dienstleistern
    Ob Serverhosting, Newsletter oder Tracking, als Online-Händler arbeiten Sie zumeist mit Dienstleistern zusammen, die personenbezogene Daten erheben. Dafür bedarf es Verträge zur Auftragsdatenverarbeitung, die den Anforderungen der DSGVO genügen.

    – Erstellen Sie ein Formular für Auskunftsersuchen
    Da Sie als Händler Ihren Kunden grundsätzlich alle gespeicherten Daten auf Anfrage zur Verfügung stellen müssen, empfiehlt es sich, ein Formular dafür bereitzustellen, das Kunden bei Ihnen einreichen können, wenn sie zum Beispiel Daten löschen lassen möchten oder eine Auskunft wünschen, welche Daten gespeichert worden sind.


  • Schluss mit Halbwissen - Das solltest Du über die neue Datenschutz-Grundverordnung wissen

    2018-03-07

    Die neue Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) tritt am 25. Mai 2018 in Kraft. Die Stiftung Datenschutz und Trusted Shops haben sich gemeinsam den gängigsten Vorurteilen zum Thema Datenerfassung und -verarbeitung angenommen und klären auf: Welche Konsequenzen bringt die Verordnung mit sich und was bedeutet dies für jeden einzelnen? Antworten darauf liefert die Infografik.


  • Safer Internet Day: So wählen Internetnutzer ein sicheres Passwort

    2018-02-01

    Soziale Netzwerke, Einkaufsplattformen oder Online-Shops – für jedes Konto benötigen wir ein Passwort. Umso wichtiger ist es, potenziellen Betrügern das Leben möglichst schwer zu machen. Hierfür gilt es, ein möglichst sicheres Passwort zu wählen. Doch wie kann man ein solches Passwort generieren und – was noch viel wichtiger ist – wie vergesse ich es nicht wieder? Rechtsexperte Dr. Carsten Föhlisch von Trusted Shops gibt anlässlich des Safer Internet Day am 6. Februar wertvolle Tipps: Warum sind sichere Passwörter generell wichtig? Er nennt acht goldene Regeln für sichere Passwörter. Wie kann man sich Passwörter merken? Und wie kann man sich vor Phishing schützen?

    Warum sind sichere Passwörter generell wichtig?

    Gelingt es jemandem, das E-Mail-Postfach zu knacken, so erhält der Betrüger Informationen darüber, auf welchen Seiten ein Verbraucher ein Kundenkonto hat. Durch „Passwort vergessen“-Optionen kann sich der Betrüger neue Passwörter zusenden lassen und sich dann auf anderen Websites mit dem Kundenkonto einloggen und zum Beispiel Ware bestellen.

    Die acht goldenen Regeln für sichere Passwörter

    1. Schreiben Sie Ihre Passwörter niemals auf Papier oder einen Post-it am Bildschirm auf.
    2. Speichern Sie diese nicht unverschlüsselt auf der Festplatte ab.
    3. Geben Sie diese möglichst nicht an öffentlichen PCs (z. B. im Internetcafé) ein.
    4. Versenden Sie Passwörter niemals per E-Mail oder aufgrund einer E-Mail-Anfrage.
    5. Legen Sie bei Sicherheitsabfragen Antworten fest, die auch wirklich nur Sie wissen können. Überlegen Sie, welche Informationen sich über soziale Netzwerke über Sie herausfinden lassen.
    6. Ändern Sie regelmäßig Ihre Passwörter– idealerweise alle 30 Tage.
    7. Wählen Sie als Passwort keine Namen oder Wörter, die im Wörterbuch stehen – auch nicht rückwärts und auch nicht aus anderen Sprachen. Insbesondere das Passwort „Password“ zählt zu den beliebtesten Passwörtern.
    8. Und das Wichtigste: Legen Sie überall ein anderes Passwort fest.

    Wie kann man sich Passwörter merken?

    Um sich Passwörter zu merken, empfiehlt es sich, diese aus einem einprägsamen Satz abzuleiten, etwa „Lars hat 2 schwarze Hunde und 3 weiße Katzen.“ Reduziert man diesen Satz auf die Anfangsbuchstaben, ergibt das „Lh2sHu3wK“. Zur Erhöhung der Sicherheit kann man Sonderzeichen einbauen, zum Beispiel das „und“ durch „&“ ersetzen – also „Lh2sH&3wK!“.

    Wie kann man sich vor Phishing schützen?

    Auch das sicherste Passwort nützt nichts, wenn Verbraucher es freiwillig preisgeben. Hierfür verwenden Betrüger täuschend echt aussehende E-Mails (meist mit einer Bank als Absender) und fordern den Empfänger zur Eingabe seiner Zugangsdaten auf. Verbraucher sollten deshalb nicht auf solche gefälschten E-Mails hereinfallen.

    So schützen sich Verbraucher effektiv vor Phishing-Angriffen:

    • Machen Sie niemals – weder telefonisch noch per E-Mail – Angaben über Ihre geheimen Zugangsdaten zum Online- oder Telefonbanking (PIN, TAN oder Kontonummer). Kreditinstitute fordern solche Daten nicht von Ihnen ein, schon gar nicht per Telefon oder E-Mail. Ignorieren Sie daher E-Mails, in denen Sie zur Preisgabe vertraulicher Daten aufgefordert werden – auch wenn Ihnen der angezeigte Absender bekannt erscheint.
    • Prüfen Sie, bevor Sie sensible Daten im Internet angeben, immer die Internet-Adresse, die sogenannte URL, auf der Sie gerade sind.
    • Prüfen Sie auch, ob die verschlüsselte Seite ein gültiges Zertifikat hat. Dieses können Sie prüfen, indem Sie auf das Symbol vor der Internetadresse klicken. Als Symbol wird häufig ein Schloss oder auch das Logo der entsprechenden Seite angezeigt.
    • Sollten Sie versehentlich eine zweifelhafte Internetseite besucht und Ihre Daten preisgegeben haben, kontaktieren Sie umgehend Ihre Bank, sperren Sie ggf. Ihre PIN und die TAN-Nummern. Informieren Sie Ihre Bank auch darüber, wenn Sie eine solche E-Mail erhalten haben.
    • Falls tatsächlich bereits Summen unberechtigt überwiesen worden sind, so wenden Sie sich bitte umgehend an die Polizei.

  • Das Facebook Feed Update - Das müssen Online-Händler wissen!

    2018-01-23

    Mit einem Update gesteht das Online-Netzwerk den sozialen Kontakten seiner Nutzer wieder mehr Bedeutung zu. Das Unternehmen kündigte ein Update für seinen News Feed an, der Beiträgen von Freunden und Familienmitgliedern künftig Vorrang geben soll vor Prominenten, Markenwerbung und Zeitungsartikeln. Was das für Shopbetreiber bedeutet, erklärt Online-Marketing-Experte Daniel Heller von Trusted Shops.

    Vor ein paar Tagen ließ Mark Zuckerberg in einem Post verlauten, dass sich der Newsfeed bei Facebook wieder einmal ändern wird.

    Der Fokus:

    Facebook soll genutzt werden, um den Menschen näher zu sein, die am wichtigsten sind. Die Zeit, die auf Facebook verbracht wird, soll sich gut anfühlen. Denn dafür wurde es erschaffen.

    Statt Posts von Freunden und Familie, sahen Facebook-Nutzer immer häufiger Posts von Unternehmen und Marken – das soll sich mit dem Feed-Update ändern. Der Facebook CEO will zurück zu den Wurzeln.

    Die Oberhand der professionellen Facebook-Marketer, die sich durch den Video-Boom und -Präferenz von Facebook gefestigt hat, soll sich also in den kommenden Monaten lösen indem sinnvoller Content bevorzugt wird.

    Was bedeutet das für Marketer und Shopbetreiber?

    Content, der keinen Mehrwert hat, wird nicht mehr gezeigt. Verschwindet die Fanpage nun im digitalen Abgrund? Vielleicht.

    Wer nur Reaktion bei seinen Facebook-Posts generiert, weil Nutzer gebaitet werden sollen, für den könnte die Zukunft nicht sehr rosig aussehen.

    Diese Bait-Postings kennt jeder, der auf Facebook unterwegs ist:

    • Markiere drei Freunde, die aussehen wie ein Auto
    • Teile den Beitrag, um diesen Mercedes AMG zu gewinnen
    • Like diesen Beitrag, wenn du willst das 2018 ein tolles Jahr wird

    Durch Machine Learning und K.I. sollen diese Art von Posts erkannt und abgewertet werden – vor allem bei Wiederholungstätern.

    Was tun?

    Diesem Aufmerksamkeitsdefizit kann durch Content, der Fans und Kunden gefällt und hilft, entgegengewirkt werden.

    • Tutorials, Produkttests oder ein Behind-the-Scenes-Vlog?
    • Was ist die beste Zeit für ein Posting?
    • Wie kann Fans Mehrwert geboten werden?

    Um 2018 relevant zu bleiben, müssen Sie diese Fragen beantworten können!

    Video bleibt in!

    Das Video-Format auf Facebook funktioniert und wird auch im Jahr 2018 weiterhin einer der Haupttreiber bleiben, um Aufmerksamkeit zu erzeugen.

    Trotzdem ändert sich auch hier etwas.

    Mit dem Update werden Videos von Marken und Influencern bevorzugt, wenn Nutzer aktiv danach suchen – entweder via der Suchfunktion oder die Fanpage direkt aufrufen. Unternehmer, die darauf setzen eine echte Verbindung zu Ihren Fans und Kunden aufzubauen, werden sich auch in Zukunft keine Sorgen um Views machen müssen.

    Nutzer, die Woche für Woche Videos derselben Creator gucken, werden merken, dass die Videos immer häufiger im Newsfeed erscheinen werden.

    Fans und Kunden das geben, was sie sehen wollen!

    Man sollte mit verschiedenen Content-Formaten experimentieren und die Performance der Postings analysieren, um herauszufinden, was am Besten ankommt.

    Wenn klar ist, was bei der Zielgruppe wie magisch funktioniert, können die jeweiligen Posts beworben werden, um so eine größere Zielgruppe zu erreichen.

    Die Mischung aus gekonntem Content Marketing und Facebook Werbung ist der Schlüssel, um relevant zu bleiben und weiterhin Umsatz über Facebook zu erwirtschaften.


  • 10 Millionen Verbraucher vertrauen Trusted Shops

    2017-11-14

    Das Kölner Unternehmen hat eine beeindruckende Wegmarke in seiner Geschäftsentwicklung passiert: 10 Millionen Mitglieder in Deutschland! Damit baut das Service-Unternehmen für Online-Shopper und -Händler seine führende Position weiter aus.

    Trusted Shops schafft Vertrauen – und das zahlen die Online-Shopper in stetig wachsenden Mitgliederzahlen zurück: Mehr als 10 Millionen registrierte Nutzer in Deutschland profitieren mittlerweile vom Leistungsportfolio der E-Commerce-Marke.

    Eine Mitgliedschaft ist kostenfrei möglich und bietet mit dem sogenannten ‚Käuferschutz‘ eine Grundabsicherung beim Einkauf in den über 25.000 Trusted Shops-zertifizierten Internet-Shops. Damit sinken zwei der wesentlichsten Risiken für Online- Shopper deutlich: Wird ein Artikel nicht geliefert oder bleibt nach Widerruf, Warenrücksendung oder Transportverlust die Rückerstattung aus, kommt Trusted Shops für den materiellen Schaden auf: Im Falle der kostenlosen Mitgliedschaft Trusted Shops Basics bis 100 Euro pro Einkauf, in der Premium-Variante Trusted Shop Plus (9,90 Euro/Jahr) sogar bis 20.000 Euro pro Einkauf. Das Angebot schafft Vertrauen – ein Grundbedürfnis im Internethandel.

    „E-Commerce ist nach wie vor eine Erfolgsstory und wir sind stolz, dass wir Grundlegendes dazu beisteuern: Vertrauen. Unsere Mitgliedschaft ist für Online-Shopper quasi die Eintrittskarte für ein sicheres Shopping-Vergnügen“, sagt Head of Consumer Business Bastian Kolmsee von Trusted Shops.

    Seit der Gründung in 1999 hat das Unternehmen im digitalen Handeln zahlreiche Brücken zwischen Online-Shoppern und -Händlern gebaut, um das Einkaufen im Internet sicher und problemlos zu gestalten. Mit Gütesiegel plus Käuferschutz, Bewertungssystem und Feedbacklösungen für Verkäufer einerseits, mit Shop-Zertifizierungen wie dem Trustbadge sowie Käuferschutz für Käufer andererseits sorgt Trusted Shops maßgeblich für mehr Rechtssicherheit auf dem digitalen Marktplatz.

    „Das Angebot unserer Leistungen ist mit der Bedeutung des Online-Shoppings gewachsen. Mittlerweile verfügen wir ein ganzes Bündel an Maßnahmen und Angeboten, die sich gegenseitig stützen und stärken. Das macht uns zum Anwalt der Interessen von Käufern und Verkäufern im Internet,“ so Kolmsee weiter.


  • "Troll" oder "Scherzkeks"? Trusted Shops typologisiert Fake-Bewerter

    2017-11-01

    Gefälschte Bewertungen – sogenannte Fake-Bewertungen – sind eine der größten Plagen des weltweiten Online-Handels. Sie untergraben nicht nur das Vertrauen der Konsumenten und damit eine wesentliche Grundlage des Online-Shoppings, sondern kosten Unternehmen auch bares Geld – wenn beispielsweise eine gefälschte Bewertung potentielle Kunden vom Kauf abhält. Wie ist hierzulande der Status Quo von Fake-Bewertungen? Welcher Typ Mensch neigt dazu, gefälschte Bewertungen im Internet zu hinterlassen? Eine Umfrage von Trusted Shops gibt Aufschluss.

    In Deutschland bewegen wir uns mit Blick auf Fake-Bewertungen noch auf einem recht niedrigen Niveau: Laut einer aktuellen YouGov-Umfrage im Auftrag von Trusted Shops unter mehr als 2.000 Teilnehmern geben nur drei Prozent der Befragten an, dass sie schon einmal eine Fake-Bewertung im Internet verfasst haben. Im diesjährigen Weihnachtsgeschäft könnte jedoch die Zahl der gefälschten Bewertungen in bemerkenswerter Weise zunehmen – frei nach der Devise „Wo viel gekauft wird, wird auch viel bewertet“. So gehen vier Prozent der befragten Personen laut YouGov-Umfrage davon aus, dass sie zur Weihnachtszeit eine Fake-Bewertung schreiben werden. Immerhin 10 Prozent der Befragten sind noch unentschlossen, ob sie das konsumfreudige Treiben in den Wochen vor den Festtagen mit Fake-Bewertungen begleiten werden oder nicht.

    Trolle an der Spitze der „Fake-Hitliste“

    Was sind die Motive dieser Menschen, die gerade über Fake-Bewertungen hart gegen das etablierte Bewertungssystem angehen? Um sich dem Phänomen anzunähern, hat Trusted Enterprise auf Basis seiner Expertise im Management von Kundenbewertungen vier Typen von Fake-Bewertern ausgemacht und bewusst überspitzt in „Ego-Pimper“, „Digital-Rambos“, „Scherzkekse“ und „Trolle“ differenziert. Diese Typen wurden im Rahmen der YouGov- Umfrage auf den Prüfstand gestellt. Das Ergebnis: Trolle werden mit Abstand als häufigste Verursacher (35 Prozent) von gefälschten Bewertungen für Dienstleistungen und Produkte genannt. Auf Platz zwei „kämpfen“ sich die Digital-Rambos (26 Prozent). Mit 20 Prozent folgen Ego-Pimper, knapp vor den Scherzkeksen (19 Prozent).

    Dem Fake-Problem mit KI Einhalt gebieten

    Verbraucher und Unternehmen sind Fake-Bewertungen nicht schutzlos ausgeliefert. Es gibt Möglichkeiten dagegen anzugehen. Da bei vielen Shops in Spitzenzeiten stündlich Tausende von Feedbacks eingehen, ist eine Prüfung der Bewertungen manuell nicht mehr zu stemmen. „Trusted Enterprise setzt bei der Validierung von Bewertungen unter anderem auf Künstliche Intelligenz (KI). Sie hilft uns dabei, gefälschte Bewertungen zu identifizieren“, kommentiert Daniel Feyler, KI-Experte bei Trusted Enterprise. „Doch Künstliche Intelligenz kann noch viel mehr: Mit ihr können die Meinungen zahlloser Kunden auf zentrale Kernaussagen komprimiert werden. Auf deren Basis können Unternehmen bessere Entscheidungen treffen.“


  • Neues EU-Datenschutzrecht: So versteht es jedermann

    2017-10-19

    Gesetzestexte sind nicht gerade dafür bekannt leicht verständlich zu sein. Insbesondere dann nicht, wenn es sich um europaweites Datenschutzrecht handelt. Allerdings schützt Unwissenheit vor Strafe nicht! Für jeden gelten ab 1. Mai 2018 die neuen Bestimmungen. Wer sich nicht daran hält, muss sich gegebenenfalls auf empfindliche Geldstrafen einstellen. Um das zu verhindern, hat Trusted Shops die neue Datenschutz-Grundverordnung für jedermann verständlich in Form von zehn Geboten aufbereitet.

    Die 10 Gebote der neuen Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO)

    1. Gebot: Was geschrieben steht, sollst Du befolgen

    Im E-Commerce gelten die 10 Gebote aufgrund der intensiven Datenverarbeitung für alle Unternehmen, egal wie groß oder klein sie sind.

    2. Gebot: Du sollst Zeugnis über Deine Taten ablegen

    Du musst die Einhaltung der Anforderung der DS-GVO jederzeit nachweisen können. Du bist daher verpflichtet, ein Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten zu führen.

    3. Gebot: Du sollst schätzen, welche Gefahr Dein Handeln birgt

    Rechte und Freiheiten Betroffener dürfen durch die Datenverarbeitung nicht gefährdet werden. Die automatisierte, systematische und umfassende Datenerfassung birgt Risiken, die Du in einer „Datenschutzfolgeabschätzung“ darstellen musst.

    4. Gebot: Du sollst tun, was zum Schutz getan werden muss

    Du musst Datenschutzverletzungen durch den geeigneten Einsatz von technischen und organisatorischen Maßnahmen (TOM) vermeiden. Sollte es doch zu Verletzungen kommen, müssen diese binnen 72 Stunden gemeldet werden.

    5. Gebot: Du sollst Deine Verträge sorgsam schließen

    Verträge zur Auftragsdatenverarbeitung werden ausführlicher und müssen den Einsatz von Subunternehmen enthalten, zum Beispiel beim Einsatz von Analysetools und beim Webhosting.

    6. Gebot: Du sollst den Willen anderer achten

    Die Datenverarbeitung ist zulässig, wenn eine Einwilligung vorliegt. Die Anforderungen an diese Einwilligung werden verschärft: Unter anderem beträgt das Mindestalter 16 Jahre.

    7. Gebot: Du sollst Dich gründlich erklären

    Mit der neuen Datenschutz-Grundverordnung entstehen zusätzliche Informationspflichten. Unter anderem muss die Datenschutzerklärung detaillierter erfolgen.

    8. Gebot: Du sollst den Menschen lassen, was ihres ist

    Die Menschen, deren Daten verarbeitet werden, haben das Recht, diese zu einem anderen Anbieter, Dienstleister oder einer anderen Plattform „mitnehmen“ zu können. Um das zu gewährleisten, musst Du für die „Portabilität“ der Daten sorgen.

    9. Gebot: Du sollst zum Wohl der Menschen Deine Speicher leeren

    Menschen können verlangen, dass ihre Daten vollständig gelöscht werden, wenn sie ihre Einwilligung zur Datenverarbeitung widerrufen, die Speicherung der Daten nicht mehr notwendig ist, die Daten unrechtmäßig verarbeitet wurden oder eine Rechtspflicht zum Löschen nach EU- oder nationalem Recht besteht. Dies wird mit dem „Recht auf Vergessenwerden“ bezeichnet.

    10. Gebot: Du sollst wissen, welche Buße Dir auferlegt werden kann

    Bei Verstößen drohen nach neuem Recht Bußgelder von bis zu 20 Millionen Euro oder von bis zu 4% des gesamten weltweit erzielten Jahresumsatzes.


  • Trusted Shops und eBay schützen eBay-Verkäufer gemeinsam vor Abmahnungen

    2017-09-07

    Kostenfreie Integration des Service-Pakets „Abmahnschutz Basic“ in alle eBay Shop-Abonnements / Rechtstexte-Generator erlaubt einfache und schnelle Erstellung von rechtssicheren Texten für den eBay Shop

    Abmahnungen, insbesondere missbräuchliche, sind für viele Online-Händler ein brisantes und kostspieliges Thema. Laut einer Studie von Trusted Shops aus dem vergangenen Jahr empfindet jeder zweite Händler Abmahnungen als existenzbedrohend. Im aktuellen Marktplatz-KIX von ECC Köln und eBay gaben acht von zehn Online-Marktplatzhändlern an, dass sie sich von der kommenden Bundesregierung einen besseren Schutz vor missbräuchlichen Abmahnungen wünschen. Durch eine neue Kooperation wollen Trusted Shops und eBay Online-Händlern gemeinsam dabei helfen, abmahnsichere Texte zu erstellen und in den Shop einzubinden, um besser vor Abmahnungen geschützt zu sein.

    Die Kooperation beinhaltet die kostenfreie Integration des Service-Pakets „Abmahnschutz Basic“ in alle eBay Shop-Abonnements. Ein wesentlicher Bestandteil des Pakets ist ein Rechtstexte-Generator von Trusted Shops, mit dem eBay-Händler einfach und schnell rechtssichere Texte für das Impressum, die Datenschutzerklärung, Widerrufsbelehrung und AGB für den deutschen Markt erstellen können. Für die Erstellung der Texte beantwortet der Nutzer im Rechtstexte-Generator Fragen und wird darüber hinaus mit Hilfetexten unterstützt.   Weitere Bestandteile des Pakets „Abmahnschutz Basic“ sind:

    Haftungsübernahme: Trusted Shops übernimmt die volle Haftung für alle generierten Rechtstexte.
    Guide und E-Mail-Support: Bei Fragen zu den generierten Rechtstexten oder deren Integration steht ein Ansprechpartner via E-Mail zur Verfügung.
    Update-Service via E-Mail: Bei Änderungen durch neue Gesetze, Rechtsprechung, Abmahnungen etc. erfolgt eine Benachrichtigung per E-Mail, inklusive konkreter Anweisungen, welche Texte geändert werden müssen.

    „Unternehmen müssen sich voll und ganz auf ihr Geschäft konzentrieren können. Dafür behalten wir als Partner seit über 15 Jahren national und international die Rechtslage im Auge und Abmahnungen auf Abstand“, erklärt Dr. Carsten Föhlisch, Leiter der Rechtsabteilung von Trusted Shops.

    „Aus Gesprächen mit unseren Händlern wissen wir, dass die laufende Pflege der Rechtstexte oft einen großen Zeitaufwand einfordert“, erklärt Denis Burger, Senior Director Seller Growth eBay Germany. „Gemeinsam mit Trusted Shops möchten wir den eBay-Händlern diesen Aufwand abnehmen, so dass sie sich voll auf das Wachstum ihres Shops konzentrieren können. Die rechtliche Seite des Verkaufens bei eBay soll so einfach wie möglich sein“, so Burger weiter.

    Das Paket „Abmahnschutz Basic“ wird eBay-Händlern noch im September zur Verfügung stehen.


  • Trusted Shops erweitert Partnernetzwerk - Zusammenarbeit mit Mastercard vereinbart

    2017-07-14

    Trusted Shops und Mastercard setzen auf eine engere Zusammenarbeit. Im Rahmen der Kooperation wird Masterpass auf Einhaltung der Trusted Shops Richtlinien als neuer Authorized Partner zertifiziert.

    „Wir freuen uns mit Mastercard, dem schnellsten Zahlungsabwicklungsnetzwerk der Welt, zusammen zu arbeiten“, sagt Vanessa Kupke, Head of Partner Management bei Trusted Shops und ergänzt: „Der digitale Wandel bringt Innovationen im bargeldlosen Zahlungsverkehr sowie mehr Sicherheit für Handel und Verbraucher mit sich. Mastercard möchte Firmen bei ihren Wachstumsprozessen unterstützen und sichere, einfache elektronische Zahlungsformen bereitstellen.“

    Als Technologieunternehmen möchte Mastercard mit verschiedenen Bezahllösungen auf die individuellen Bedürfnisse der Verbraucher in ihrer Lebenswelt eingehen. Sichere digitale Innovationen bilden daher den Kern der Firmenstrategie.

    „Unternehmen benötigen eine Lösung für den Verkauf von Waren und Serviceleistungen, bei der sie sich keine Gedanken über den Standort ihrer Kunden machen müssen“, erklärt David Klemm, Vice President Business Development Mastercard, und fügt hinzu: „Wir freuen uns, diese Zukunft mit unserer Innovationskraft und Trusted Shops als Partner weiter aktiv zu gestalten.“


  • Gebühren für Zahlungsmittel - Was man darf und was nicht!

    2017-07-12

    Auch nach der Umsetzung der Verbraucherrechterichtlinie ist es möglich, Zuschläge für bestimmte Zahlungsarten zu verlangen. Die Zulässigkeit solcher Zuschläge ist jedoch an gewisse Voraussetzungen gebunden. Worauf kommt es dabei an? Wie hoch dürfen die Gebühren sein? Diese und andere Fragen werden von Rechtsexpertin Tanya Stariradeff beantwortet.

    Voraussetzungen für Zahlartgebühren

    Ein Shopbetreiber kann gem. § 312a Abs. 4 BGB unter zwei Voraussetzungen Zuschläge für die Verwendung bestimmter Zahlungsarten verlangen:

    Es muss eine gängige und zumutbare unentgeltliche Zahlungsart angeboten werden.
    Der vereinbarte Zuschlag für die Zahlungsart darf nicht über diejenigen Kosten hinausgehen, die durch die Nutzung dieses Zahlungsmittels entstehen.

    Die Frage, welche Zahlungsmittel diese Bedingungen erfüllen, ist jedoch nicht einfach zu beantworten. Mehrere Gerichtsentscheidungen haben sich inzwischen mit diesem Thema beschäftigt.

    Welche Zahlungsmittel sind gängig?

    Ein Zahlungsmittel ist gängig, wenn es unter den Verbrauchern weit verbreitet ist. Diese Voraussetzung erfüllen jedenfalls die Barzahlung, die Überweisung, der Kauf auf Rechnung, die Lastschrift oder verbreitete Kreditkarten.

    Mehrere Urteile betreffen die Frage, ob bestimmte Arten von Kreditkarten gängig sind. Für folgende Kreditkarten wurde entschieden, dass sie diesen Anforderungen nicht genügen:

    – Visa Entropay (LG Berlin, Urt. .v. 12.1.2016 – 15 O 557/14 und LG Hamburg, Urt. v. 1.10.2015 – 327 O 166/15)
    – Visa Electron und MasterCard Gold (LG Leipzig, Urt. v. 14.7.2015 – 05 O 3326/14)
    – Viabuy Prepaid MasterCard (LG Hamburg, Urt. v. 18.11.2016 – 315 O 28/16).

    Welche Zahlungsmittel sind zumutbar?

    Ob ein Zahlungsmittel zumutbar ist, hängt vor allem von der Frage ab, ob seine Verwendung für den Verbraucher Mehraufwand bedeutet oder ob z.B. Sicherheitsaspekte dagegen sprechen. Nicht zumutbar sind die Kreditkartensysteme Visa Electron und „fluege.de MasterCard Gold“ (LG Dresden, Urt. v. 3.2.2015 – 14 U 1489/14). Hier kann nicht von einem zumutbaren Aufwand für den Verbraucher ausgegangen werden, da entweder zuvor eine Prapaid-Karte aufgeladen werden muss oder überhaupt erst der Abschluss eines gesonderten Kreditkartenvertrags notwendig ist.

    Nicht abschließend geklärt ist jedoch, ob die Sofortüberweisung diese Voraussetzung erfüllt. Die erste Instanz (LG Frankfurt a.M., Urt. v. 24.6.2015 – 2-06 O 458/14) stufte die Sofortüberweisung ausdrücklich als gängige, aber nicht zumutbare Zahlungsart ein. Der Grund hierfür war, dass der Verbraucher einem Dritten seine Kontozugangsdaten zur Verfügung stellen muss. Der Kunde könne nicht gezwungen werden, seine Finanzdaten einem Sicherheits- oder Missbrauchsrisiko auszusetzen. Dieser Einschätzung widersprach jedoch das OLG Frankfurt (Urt. v. 24.8.2016 – 11 U 123/15). Das Gericht hat festgestellt, dass keine konkreten Missbrauchsrisiken bestünden. Allgemeine Missbrauchsrisiken reichen nach Auffassung des Gerichts jedenfalls nicht, denn diesen seien Verbraucher im Internet generell ausgesetzt. Allerdings ist das letzte Wort in dieser Frage noch nicht gesprochen, denn die Revision wurde zugelassen und damit ist zu erwarten, dass sich der BGH mit dieser Frage beschäftigen wird.

    Höhe der Gebühren

    Die Höhe der Gebühren, die für die Nutzung des Zahlungsmittels erhoben werden dürfen, darf nicht höher sein als die Kosten, die dadurch auch tatsächlich entstehen. Auch zu dieser Frage sind bereits mehrere Urteile ergangen. So wurde bereits entschieden, dass Kreditkartengebühren i. H. v. 5 % nicht den Kosten des Zahlungsdienstleisters entsprächen (LG Berlin, Urt. v. 12.1.2016 – 15 O 557/14). Der Kläger hatte hier vorgetragen, dass bei Zahlungen per Kreditkarte maximal 0,8 % bis 2,5 % als Gebühr anfielen. Auch eine Kreditkartengebühr i. H. v. 9,90 € wurde als unzulässig erachtet (LG Leipzig, Urt. v. 14.7.2015 – 05 O 3326/14). In einem anderen Fall wurde eine „Zahlungspauschale“ i. H. v. 7 € erhoben, die konkret 15 % des Gesamtpreises ausmachten (LG Aschaffenburg, Urt. v. 13.7.2016 – 1 HK O 66/15). In allen Fällen konnten die Beklagten nicht beweisen, dass die von ihnen geforderten Kosten tatsächlich entstanden sind.

    Verbot von Zahlartgebühren ab Januar 2018

    Allerdings wird sich das Thema ab Januar 2018 für bestimmte Zahlungen erledigen, denn der Deutsche Bundestag hat am 1. Juni 2017 das „Gesetz zur Umsetzung der zweiten Zahlungsdiensterichtlinie“ beschlossen. Danach dürfen Händler in Zukunft keine gesonderten Gebühren für Kartenzahlungen, Überweisungen oder Lastschriften verlangen. Das Gesetz tritt allerdings erst zum 13. Januar 2018 in Kraft.

    Tipp:

    Wenn Gebühren für bestimmte Zahlungsarten verlangt werden, muss mindestens eine kostenlose und zumutbare Zahlungsart angeboten werden. Im Zweifel muss der Shopbetreiber beweisen, dass die Höhe der Gebühren den tatsächlich entstandenen Kosten entspricht. Hier ergibt es Sinn, bestimmte Zahlungspauschalen nicht als Zahlartgebühren zu erheben, sondern zuvor in den Kaufpreis einzupreisen – dann ist man auch über den 18. Januar 2018 hinaus auf der sicheren Seite.


  • Ferienzeit genießen: So können Shopbetreiber sorglos in den Urlaub

    2017-07-10

    Das Internet kennt keine Öffnungszeiten, Online-Shopping ist zu jeder Tages- und Nachtzeit möglich. Aber irgendwann fahren selbst Online-Händler mal in den Urlaub – und die meisten Kunden haben Verständnis dafür. Trusted Shops erläutert, was Shopbetreiber beachten sollten, damit die wohlverdiente Erholung nicht schon am ersten Tag nach dem Urlaub direkt wieder verflogen ist.

    1. Den Online-Shop nicht komplett schließen, denn durch die Umstellung auf den „Wartungsmodus“ zum Beispiel verschwindet der Online-Shop vollständig von der Bildfläche und auch die mühsam erkämpften Rankings bei Suchmaschinen brechen durch die nicht mehr verfügbaren Inhalte schnell ein.

    2. Ideal: Installation einer Vertretung. Das kann der Bekannte sein, der gerade etwas Luft hat, oder ein Student. So können Verzögerungen in der Kommunikation und im Versand reduziert werden.

    3. Wichtig: Rechtzeitige Kommunikation, dass man im Urlaub ist. Mindestens 14 Tage vorher und gut sichtbar: Auf der Startseite, in einem Störer und während der Bestellung bei jedem Produkt.

    4. Überprüfung, dass die veränderten Lieferfristen an allen Stellen im Online- Shop stimmen. Checken der automatischen Bestellbestätigung, der E-Mail-Signatur und der AGB.

    5. Anreize schaffen, um mögliche Umsatzeinbußen abzufangen, z.B. mit einem Sommerferien-Rabatt oder kostenloser Lieferung bei Bestellungen bis zum Urlaubsende.

    Extra-Tipp: Online-Marktplätze
    Der Hinweis, dass man Urlaub macht und sich die Lieferzeiten verändern, genügt nicht, wenn die Online-Plattform die Lieferzeitangabe in der Artikelbeschreibung weiterhin automatisch und davon abweichend einblendet. Notfalls sollte man die Angebote für die Urlaubszeit aus den Online-Marktplätzen entfernen.


  • Versandkosten beim Widerruf - Wer zahlt was?

    2017-07-06

    Im Rahmen des Widerrufsrechts müssen die erhaltenen Leistungen zurückerstattet werden. Doch gilt das auch für die Hin- und Rücksendekosten? Was ist mit Expresszuschlägen? Und kann der Verbraucher verpflichtet werden, Retourenscheine zu nutzen?

    Hinsendekosten

    Die Hinsendekosten sind die Versandkosten, die der Verbraucher im Rahmen der Bestellung bezahlt hat. Diese müssen grundsätzlich zurückerstattet werden und können dem Verbraucher nicht auferlegt werden. Ausnahmen bestehen nur bei Expresszuschlägen und beim Teilwiderruf:

    a) Expresszuschläge

    Wenn der Verbraucher aktiv eine andere Versandart als die günstigste vom Händler angebotene Versandart gewählt hat, zum Beispiel einen teureren Expressversand, so müssen dem Verbraucher lediglich die Kosten zurückerstattet werden, die beim günstigsten Standardversand entstanden wären. Beispiel: Der Verbraucher entscheidet sich für einen Expressversand für 15 Euro. Der günstigste Standardversand würde 5 Euro kosten. Es müssen dann lediglich 5 Euro zurückerstattet werden, die 10 Euro Differenz bezahlt der Verbraucher. Voraussetzung ist hier allerdings, dass der günstigste Standardversand zumutbar ist. Das bedeutet, dass dem Verbraucher die Differenz zum teureren Versand dann nicht auferlegt werden kann, wenn der günstigste Versand zum Beispiel unangemessen längere Lieferzeiten aufweist.

    b) Teilwiderruf

    Widerruft ein Kunde nur einen Teil seiner Bestellung und behält zum Beispiel von fünf zugesendeten Produkten nur zwei, handelt es sich um einen so genannten Teilwiderruf. Hier ist bei der Tragung der Rücksendekosten zu differenzieren:

    Als Faustformel gilt: Dem Verbraucher müssen diejenigen Hinsendekosten nicht zurückerstattet werden, die für den Teil der Bestellung angefallen wären, den er nicht widerrufen hat. Das bedeutet, dass der Verbraucher bei einer Versandkostenpauschale nicht etwa einen Anteil der Hinsendekosten zurückerstattet bekommen muss, da diese Kosten für ihn ohnehin angefallen wären. Bei einer Versandkostenstaffelung muss dem Verbraucher aber unter Umständen ein Teil der Hinversandkosten zurückerstattet werden. Denkbare Beispiele betreffen vor allem Versandkostenstaffelungen nach Gewicht, wenn die Bestellung, die der Kunde behält, durch den Teilwiderruf in eine günstigere Gewichtsklasse rutscht. Dann muss dem Verbraucher die entsprechende Differenz zurückerstattet werden, sodass er nur den Teil der Hinsendekosten trägt, die für die verbleibende Bestellung angefallen wären.

    Der umgekehrte Fall betrifft die nachträgliche Auferlegung von Hinsendekosten, wenn durch den Teilwiderruf eine Versandkostenfreigrenze unterschritten wird. Beispiel: Die Versandkostenfreigrenze beträgt 50 Euro. Der Verbraucher bestellt 2 Artikel à 30 Euro und widerruft anschließend einen dieser Artikel. Mit dem verbliebenen Artikel wäre der Verbraucher unter der Versandkostenfreigrenze und hätte entsprechend Versandkosten bezahlen müssen. Die Hinsendekosten können dem Verbraucher hier nachträglich auferlegt werden. Allerdings muss hierzu in der Widerrufsbelehrung selbst, in den AGB und bei den Versandkosten über diese Regelung informiert werden und es muss im Bestellprozess eine ausdrückliche Einwilligung des Verbrauchers eingeholt werden. Die saubere Gestaltung ist in diesem Fall zugleich wichtig und schwierig, sodass eine solche Gestaltung nicht ohne anwaltliche Beratung zu empfehlen ist.

    Rücksendekosten

    Mit den Rücksendekosten sind die Kosten gemeint, die für die Rücksendung der Ware vom Verbraucher an den Händler im Rahmen des Widerrufsrechts anfallen. Diese Kosten sind nach der Umsetzung der Verbraucherrechterichtlinie grundsätzlich vom Verbraucher zu tragen. Ausnahmen bestehen dann, wenn der Händler die Kosten freiwillig übernimmt oder es versäumt, über die Tragung der Rücksendekosten zu informieren.

    Besonderheit: Nicht paketversandfähige Ware

    Bei nicht paketversandfähiger Ware muss der Verbraucher über die konkrete Höhe der Rückversandkosten informiert werden. Die Musterwiderrufsbelehrung sieht auch die Möglichkeit vor, einen Höchstbetrag zu schätzen, soweit die Kosten der Rücksendung vernünftigerweise nicht im Voraus berechnet werden können.

    Frieder Schelle ist Wirtschaftsjurist und seit 2011 für Trusted Shops im Bereich Audit & Legal tätig. Er war verantwortlich für die Entwicklung rechtlicher Dokumente im Rahmen der Auditierung Schweizer Onlineshops und für die Betreuung deutscher und britischer Shops im Auditprozess. Seit 2014 ist Frieder im Bereich Legal Expert Services als Consultant tätig und betreut Rechtsberatungsprojekte und die Trusted Shops Abmahnschutzpakete. Frieder Schelle beschäftigt sich seit 2008 intensiv mit den Themenfeldern Wettbewerbs- und Medienrecht.

    Retourenscheine

    Retourenscheine sind eine clevere Möglichkeit, die Retouren im Rahmen des Widerrufs effizienter zu gestalten: Die Retouren sind direkt richtig adressiert, die Bestellungen können einfacher zugeordnet werden und die Kosten der Rücksendekosten sinken. Nun die schlechte Nachricht: Der Kunde kann nicht verpflichtet werden, angebotene Retourenscheine zu nutzen. Allerdings kann im Rahmen der Widerrufsbelehrung die Tragung der Rücksendekosten so gestaltet werden, dass der Verbraucher die unmittelbaren Kosten der Rücksendekosten trägt, es sei denn, er nutzt den angebotenen Retourenschein.

    Der TIPP:

    Die Kosten der Rücksendung sind grundsätzlich vom Verbraucher zu tragen, wenn er zutreffend darüber informiert wurde. Es wird empfohlen, die Muster-Widerrufsbelehrung nach Möglichkeit unverändert zu nutzen.


  • Lieferzeitangaben: Auf diese Formulierungen sollte besser verzichtet werden!

    2017-05-18

    Die Angabe von Lieferzeiten stellt Onlinehändler immer wieder vor große Herausforderungen. Was ist hier zulässig? Welche Formulierungen sollten vermieden werden? Trusted Shops liefert einen aktuellen Überblick zur Rechtsprechung und zeigt die größten Fallstricke bei der Angabe von Lieferzeiten auf.

    Angabe eines konkreten Liefertermins?

    Seit der Umsetzung der Verbraucherrechterichtlinie im Juni 2014 ist vor Abgabe der Bestellung klar und verständlich der „Termin, bis zu dem der Unternehmer die Waren liefern oder die Dienstleistung erbringen muss“ anzugeben. Auch wenn der Wortlaut etwas Anderes vermuten lässt: Die Angabe eines konkreten Lieferdatums ist nicht erforderlich. Wie bisher genügt auch die Angabe eines Zeitraumes z.B. in Tagen.

    Neu ist allerdings, dass in jedem Fall Lieferzeitangaben gemacht werden müssen. Nach altem Recht waren konkrete Lieferzeiten dann entbehrlich, wenn die Ware sofort lieferbar war (BGH, Urteil v. 07.04.2005, I ZR 314/02)

    Grundsatz: Lieferzeiten müssen stimmen

    Der Händler ist angehalten, dass Lieferzeiten stets aktuell sind, andernfalls kann eine Irreführung des Verbrauchers vorliegen. So untersagte es das LG Lüneburg einem Händler, mit „Lieferfrist 2-4 Werktage“ werben, obwohl dieser bereits wusste, dass er die Lieferzeit nicht einhalten kann (LG Lüneburg, Urteil v. 21.01.2016, 7 O 88/15)

    Stolpersteine bei Lieferzeitangaben

    Viele Händler versuchen, ihre Lieferzeiten durch Relativierungen möglichst offen zu halten, um etwaige Verspätungen im Versand und bei der Postlaufzeit wieder auszugleichen. Hierbei kommt es allerdings auf den genauen Wortlaut an. Viele Relativierungen von Lieferzeiten wurden von Gerichten bereits für unzulässig erklärt.

    Die größten Abmahnfallen:

    „Versandfertig in…“

    Bloße Angaben, ab welchem Zeitpunkt eine Ware verfügbar oder versandfertig ist, sind nicht ausreichend. Die Lieferzeit umfasst den Zeitraum bis zum Erhalt der Ware, sodass die Postlaufzeit des Paketes nicht ausgeklammert werden kann. Dies stellt auch die für den Verbraucher relevante Angabe dar.

    Lieferzeit „auf Anfrage“

    Das OLG Hamm urteilte 2009, dass der Hinweis „Lieferzeit auf Anfrage“ nicht ausreiche, wenn die Lieferbarkeit der Ware an sich in Frage steht (OLG Hamm, Urteil v. 17.03.2009, 4 U 167/08). Auch sind seit 2014 für alle angebotenen Produkte Lieferfristen anzugeben. Die Möglichkeit, diese beim Händler zu erfragen, genügt hier nicht

    „Lieferzeiten sind unverbindlich“

    AGB-Klauseln, welche die genannten Lieferzeiten als unverbindlich darstellen, sind ebenfalls zu vermeiden. Die Klausel „Angaben über die Lieferfristen sind unverbindlich, soweit nicht ausnahmsweise der Liefertermin verbindlich und schriftlich zugesagt wurde“ ist unzulässig, da die Lieferzeit offengehalten wird. Dies benachteilige den Verbraucher unangemessen (OLG Frankfurt a.M., Urteil v. 9.3.2005, 2-02 O 341/04 und Urteil v. 10.11.2005, 1 U 127/05).

    Auch die folgende Klausel wurde als unzulässig gewertet (OLG Hamm, Urteil v. 18.09.2012, I-4 U 105/12): „Angegebene Lieferfristen stellen nur einen Richtwert dar und gelten daher nur als annähernd vereinbart (Zirka-Fristen).“

    Man kann sich nicht der Angabe eines Liefertermins entziehen, indem behauptet wird, die angegebene Lieferfrist sei unverbindlich oder ein bloßer Richtwert

    Lieferzeiten „in der Regel“

    Bereits 2009 wurde die Klausel „in der Regel 1-2 Werktage bei DHL-Versand“ abgemahnt und vom OLG Bremen (Beschluss v. 08.09.2009, 2 W 55/09) als Verstoß gegen das Bestimmtheitsgebot für unzulässig erklärt. Das Gericht begründete dies damit, dass keine Endfrist angegeben und der Verbraucher daher nicht darüber im Klaren sei, wie lange er höchstens auf seine Bestellung warten muss. Auch das KG Berlin (Beschluss v. 03.04.2007, 5 W 73/07) wertete „in der Regel“-Lieferzeiten als unzulässig

    „Voraussichtliche“ Lieferzeiten

    Bei voraussichtlichen Lieferzeiten handelt es sich um eine nicht hinreichend bestimmte Frist für die Leistungserbringung. Da die Frist zu unbestimmt sei, wurde der Zusatz „voraussichtlich“ von dem OLG Bremen (Urteil v. 05.10.2012, 2 U 49/12) als unzulässig gewertet. Durch den relativierenden Zusatz „voraussichtlich“ könne der Kunde nicht zuverlässig einschätzen, wann die Voraussetzungen der Fälligkeit (und damit die Möglichkeit, den Verkäufer in Verzug zu setzen) gegeben sind.

    Tipp

    Auf die oben dargestellten Klauseln sollten besser verzichtet werden. Anders verhält es sich allerdings mit Zirka-Lieferzeiten (z.B. „Lieferzeit ca. 3 Tage“). Diese wurden von der Rechtsprechung ausdrücklich für zulässig gehalten, da sich die Lieferzeit hier nach dem Verständnis des Kunden hinreichend zuverlässig eingrenzen lässt (so OLG Bremen, Beschluss vom 18.05.2009 – 2 U 42/09 und Urteil v. 05.10.2012, 2 U 49/12). Die Lieferzeit sei im Wesentlichen festgelegt und von dem mitgeteilten Zeitrahmen dürfe nur in einem geringfügigen Maße abgewichen werden. Die Zulässigkeit von ca.-Lieferzeiten wurde übrigens auch bereits zur neuen Rechtslage bestätigt (OLG München, Beschluss v. 8.10.2014, 29 W 1935/14).

    Alternativ ist es auch möglich, eine Relativierung durch Angabe einer Höchstfrist zu begrenzen, sodass der Verbraucher weiß, wann er spätestens mit der bestellten Ware rechnen kann. Auch die Angabe einer Zeitspanne wie z.B. „Lieferzeit: 3 – 5 Tage“ ist denkbar. Um auf Nummer sicher zu gehen will, sollte auf jede Relativierung der genannten Lieferzeiten verzichtet werden.


  • Trusted Shops-Check: Die Online-Parteienshops sind für die heiße Phase des Wahlkampfs gerüstet wie noch nie

    2017-05-11

    In drei Tagen laufen in Nordrhein-Westfalen (NRW) die Wahlurnen heiß. Der Urnengang im bevölkerungsreichsten Bundsland gilt als Vorbote für die Bundestagswahl im September. Bereits auf Hochtouren laufen auch die Online-Shops der Parteien: Es gilt, die eigenen Anhänger für den Wahlkampf mit den passenden Partei-Utensilien wie T-Shirts, Fahnen & Co. zu versorgen. Im Vorfeld der NRW- und der Bundestagswahl 2017 hat Trusted Shops die Online-Parteienshops wie im jahr 2013 wieder genauer unter die Lupe genommen. Zentrale Erkenntnis: Die Shops sind für die heiße Wahlkampfphase und den Shopping- Ansturm der Partei-Anhänger so gut gerüstet wie noch nie. Das sah vor vier Jahren noch ganz anders aus.

    Datenschutz und Sicherheit mangelhaft

    Zur Bundestagswahl 2013 unterzog Trusted Shops die Parteienshops einer gründlichen Prüfung. Im damaligen Test konnte keiner der Shops ein positives Resultat erzielen, ausnahmslos alle wiesen erhebliche Mängel auf. Es lagen Verletzungen gegen das Telemediengesetz, Bundesdatenschutzgesetz sowie gegen mehrere Paragraphen des Bundesgesetzbuchs (BGB) vor. Als Spitzenreiter der Mängelliste erwies sich die SPD, die die Kontodaten der Käufer unverschlüsselt übertrug – ein grober Vertoß gegen das Datenschutzgesetz.

    Parteienshops haben ihre Lektion gelernt und massiv nachjustiert

    An den E-Commerce werden besondere Anforderungen in puncto Datensicherheit und Kostentransparenz gestellt, die selbstverständlich auch für die Online-Angebote der großen deutschen Parteien gelten. Von Trusted Shops in diesem Jahr einer eingehenden Prüfung unterzogen wurden die Shops der SPD, der CDU, der FDP, der CSU, der Linken, der AfD und der Piraten. Der Shop der Grünen ist nur Mitgliedern vorbehalten, dementsprechend einer Prüfung nicht zugänglich. Insgesamt schnitten die Shops über alle Untersuchungskriterien hinweg deutlich besser ab als noch vor vier Jahren. Insbesondere die positiven Ergebnisse der Parteien-Shops zu hochsensiblen Themen wie Datenschutz, Sicherheit und Widerruf stechen hervor.

    Trusted Shops hat Repräsentanten der großen Volksparteien CDU und SPD um ihre Einschätzung der Ergebnisse gebeten:

    Dr. Stefan Hennewig, Bereichsleiter Kampagne und Marketing, CDU: „Der Online-Shop der CDU ist schon seit Jahren neben dem öffentlichen Internetangebot CDU.de und dem Mitgliedernetz CDUplus ein zentraler Baustein in der digitalen Infrastruktur der CDU Deutschlands. Wie bei allen Internetangeboten legt die CDU großen Wert auf gute Usability und rechtskonforme Programmierung.“

    Jan Almstedt, Abteilungsleiter Kommunikation SPD-Parteivorstand: „Das gute Testergebnis motiviert uns, noch besser zu werden: die richtigen Produkte, gute Preise, schnelle Abwicklung und Datensicherheit. Denn wir verstehen uns als Dienstleister für die Partei und die vielen Freiwilligen.“

    Zentrale Ergebnisse im Detail:
    – Ausnahmslos alle Shops erreichten eine überdurchschnittlich hohe Gesamtbewertung von mindestens 60 Prozent (Mittelwert aller Untersuchungskriterien)
    – Bis auf den Shop der FDP (40 Prozent) ist der Bestellprozess bei allen Shops einwandfrei abgewickelt (100 Prozent)
    – Der wichtige Punkt „Widerruf der Bestellung“ ist bei annähernd allen Shops tadellos gestaltet (100 Prozent)
    – Auch der Datenschutz der Kunden wurde stark verbessert, sodass sich kein Shopangebot mehr negativ hervortat
    – Die Linke präsentiert sich als Gesamtsieger des Tests (80 Prozent), sie erreichte als einziger Parteienshop eine beinahe fehlerfreie Gesamtbewertung.
    – Lediglich in dem Punkt Lieferung und Zahlung müssen die Shops noch nachlegen

    Dr. Carsten Föhlisch, Rechtsexperte bei Trusted Shops, kommentiert: „Zwischen den Ergebnissen unseres Check-Ups 2017 und dem vor der letzten Bundestagswahl liegen Welten: Die Online- Parteienshops haben mächtig nachjustiert und optimiert. Sie erfüllen mittlerweile alle relevanten Kriterien, an die sich ein Online-Händler in Deutschland halten muss.“


  • Blumen und Pralinen zum Muttertag: Darf der Kunde widerrufen?

    2017-05-09

    Blumen und Pralinen gehören zu den beliebtesten Geschenken zum Muttertag. Im Online-Handel stellen sie die Verkäufer jedoch vor Herausforderungen, da die Kundschaft einen besonderen Wert auf die Frische bei Ankunft legt. Umso ärgerlicher ist es dann, wenn der Käufer nach einigen Tagen auf sein Widerrufsrecht besteht und Rückerstattung verlangt. Aber darf er das überhaupt?

    Kein Widerrufsrecht für Schnittblumen, für Topfpflanzen aber schon
    § 312g Abs. 2 S. 1 Nr. 2 BGB schließt schnell verderbliche Waren vom Widerrufsrecht aus. Schnell verderbliche Waren sind solche, die nach der Auslieferung und innerhalb der regulären Widerrufsfrist von 14 Tagen aufgrund eines unumkehrbaren natürlichen Vorgangs so verschlechtern, dass ein bestimmungsgemäßer Gebrauch nicht mehr möglich ist. Die schnelle Verderblichkeit muss objektiv und im Voraus festgestellt werden können.

    Eine generelle Ausnahme vom Widerrufsrecht für Pflanzen besteht nach diesen Grundsätzen nicht, da sie eine unterschiedliche Lebensdauer haben. Schnittblumen sind nach ein paar Tagen in der Vase verdorben. Auf ein Widerrufsrecht kann sich der Kunde hier nicht berufen. Anders hingegen bei lebenden Bäumen. So hat das OLG Celle (Beschl. v. 04.12.2012, 2 U 154/12) ausgeführt:

    „Lebende Bäume werden gekauft und hierfür versandt, damit sie eingepflanzt werden und viele Jahre und Jahrzehnte wachsen und gedeihen. Lebende Bäume sind keine Waren, die nach Ablauf einer bestimmten kurzen Zeit nicht mehr zu gebrauchen sind. Der Verkauf lebender Bäume betrifft also ein nach allgemeiner Vorstellung besonders langlebiges Produkt und damit kein schnell verderbliches Produkt.“

    Mit der gleichen Argumentation müsste man auch die schnelle Verderblichkeit von Topfpflanzen verneinen, da sie grundsätzlich eine längere Lebensdauer haben. Ausnahmen für spezielle Pflanzenarten können natürlich nicht ausgeschlossen werden.

    Vorverpackte Pralinen sind im Regelfall zurückzunehmen
    Vorverpackte Pralinen haben in der Regel eine längere Haltbarkeit und stellen somit grundsätzlich keine schnell verderblichen Waren dar. Vom Widerrufsrecht ausgenommen sind aber auch Waren, deren Verfallsdatum zu überschreiten droht. Auch hier gelten objektive Maßstäbe.

    So darf man das Widerrufsrecht z. B. nicht dadurch umgehen, dass Pralinen, die drei Monate haltbar sind, mit einem Haltbarkeitsdatum von einer Woche willkürlich gekennzeichnet werden.

    Falsche Behandlung schließt das Widerrufsrecht nicht aus
    An diesem Ergebnis ändert sich auch nichts, wenn langlebige Pflanzen oder Pralinen aufgrund einer falschen Behandlung durch den Verbraucher ausnahmsweise schnell verderben (können). Die Gefahr, dass der Käufer die gelieferte Ware nicht bestimmungsgemäß behandelt, liegt praktisch jeder Sache inne, so zu Recht die Rechtsprechung.

    Widerrufsrecht kann nach Entfernung der Frischhaltefolie erlöschen
    Gerade für den Muttertag werden Blumen und Pralinen schön verpackt. Dass die Entfernung der Geschenkverpackung keinerlei Auswirkungen auf das Widerrufsrecht haben kann, liegt auf der Hand und wurde von der Rechtsprechung bereits bestätigt (LG Potsdam, Urt. v. 27.10.2010, 13 S 33/10).

    Anders ist es jedoch, wenn z. B. bei Pralinen eine Schutzfolie entfernt wird, die gerade eine Frischhaltefunktion hat. Vom Widerrufsrecht ausgenommen sind nach § 312g Abs. 2 Nr. 3 BGB nämlich versiegelte Waren, die aus Gründen des Gesundheitsschutzes nicht zur Rückgabe geeignet sind, wenn ihre Versiegelung nach der Lieferung entfernt wurde. Angebrochene Lebensmittel sind in solchen Fällen jedenfalls vom Widerrufsrecht ausgeschlossen, unabhängig von der Haltbarkeit, etwaiger Konsumierung oder Verschlechterung. Ein Gesundheitsrisiko kann nie vollständig ausgeschlossen werden.

    In der Praxis wäre es allerdings schwierig zu beurteilen, wann eine Versiegelung im Sinne des Gesetzes vorliegt. Dies ist je nach Verpackungsart im Einzelfall zu prüfen.

    Tipp
    In vielen Fällen wird es dem Kunden möglich sein, auch Muttertagsgeschenke wie Blumen und Pralinen zu widerrufen. Schutz gewährt nur das Recht, Wertersatz zu verlangen (mehr dazu hier). Eine Entschädigung für die Zustandsverschlechterung der Ware kann aber nur verlangt werden, wenn der Verbraucher ordnungsgemäß über sein Widerrufsrecht unterrichtet wird.


  • Kriminalstatistik 2016: Fälle von Online-Kriminalität nahezu verdoppelt

    2017-04-24

    Die Zahl der Cyber-Attacken hat deutlich zugenommen. Das geht aus den Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik für 2016 hervor. Demnach hat die Polizei 82.649 Fälle (2015: 45.793) von Cyberkriminalität registriert. Die Aufklärungsquote konnte zwar um 5,9 Prozent auf 38,7 Prozent erhöht werden, dennoch bleiben viele Straftaten weiterhin unaufgeklärt. Dr. Carsten Föhlisch, Experte für Verbraucherrecht bei Trusted Shops, nennt fünf Warnsignale, damit Verbraucher nicht auf Betrüger reinfallen.

    Dr. Carsten Föhlisch, Leiter der Rechtsabteilung von Trusted Shops und Experte für Verbraucherrecht beim Online-Shopping, beantwortet gerne Ihre Fragen und steht Ihnen für ein Interview zur Verfügung.

    Warnsignal 1: Unvollständiges Impressum

    Dr. Carsten Föhlisch: Sollte das Impressum nicht oder nur schwer auffindbar sein, ist größte Vorsicht geboten. Zudem sollten u.a. folgende Angaben enthalten sein: Nennung des Unternehmensnamens und des Rechtsformzusatzes (sofern vorhanden), vollständige Nennung des Vor- und Zunamens des Inhabers bzw. von mindestens einem Vertretungsberechtigten, Angabe der aktuellen Anschrift (nicht der Postfachadresse), Nennung einer Telefonnummer und E-Mail-Adresse.

    Warnsignal 2: Sehr niedrige Preise

    Dr. Carsten Föhlisch: Zu schön um wahr zu sein. Wenn sich dieses Gefühl beim Blick auf die niedrigen Preise in einem Online-Shop einstellt, sollte der Online-Käufer sofort skeptisch werden. Denn nach wie vor werden Online-Shopper immer noch Opfer ihrer eigenen Schnäppchenmentalität.

    Warnsignal 3: Nur Vorkasse als Zahlungsart

    Dr. Carsten Föhlisch: Damit Online-Betrüger schnell an das Geld der Interneteinkäufer kommen können, bieten sie vorzugsweise nur Vorkasse an. Denn eine Überweisung lässt sich nicht rückgängig machen und das Geld ist für den Online-Shopper verloren.

    Warnsignal 4: Keine Erreichbarkeit

    Dr. Carsten Föhlisch: Eine Produktanfrage im Vorfeld per Telefonanruf kann Gold wert sein. Denn sollte der Anruf trotz mehrmaliger Versuche nicht angenommen werden, die Telefonnummer falsch sein oder sogar gar keine Telefonnummer angegeben sein, dann ist Vorsicht angebracht.

    Warnsignal 5: Negative Bewertungseinträge in Foren & Co.

    Dr. Carsten Föhlisch: Man kann einen kurzen Schnelltest zur Überprüfung durchführen: Wer den Namen des Händlers oder des Online-Shops in eine Suchmaschine eingibt, findet eventuell Negativeinträge in Foren. Je nach Kritik kann dies über einen sogenannten Fake-Shop Aufschluss geben.


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